Status 05.11.2016

Die Erfassung der Einwanderer-Daten aus den Dotzheimer Kirchenbüchern 1818-1874 ist fast abgeschlossen. Die nächsten Schritte werden die statistischen Auswertungen sein.

001Beispiel aus dem Trauregister von 1818 – Rechte bei Ev. Kirchengemeinde Dotzheim

Zum Thema Auswanderungen hat ein wichtiges Meeting stattgefunden: „Status 05.11.2016“ weiterlesen

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Emigration und Immigration in Dotzheim – mit Schwerpunkt 1818 – 1874

Thema und Projektskizze:

Migranten gibt es in Dotzheim nicht erst seit 2015. Vor den Flüchtlingen aus Syrien, Afganistan oder dem Balkan kamen in den 80er Jahren die Rußlanddeutschen oder nach 1945 die Vertriebenen aus dem Sudetenland. Aber auch noch früher gab es immer wieder Einwanderungs- und auch Auswanderungswellen.

Nach dem 30jährigen Krieg lebten nur noch 12 Familien in Dotzheim. Danach gab es mehrere Wellen von Einwanderungen (Immigration) nach Dotzheim. Der größte (prozentuale) Zuwachs geschah im 19. Jahrhundert, als die Bevölkerung von ca. 600 auf über 4.000 wuchs und Dotzheim damit als „Größtes Dorf des Nassauer Landes“ galt. Bis zur Eingemeindung nach Wiesbaden 1928 wuchs der Ort auf 6.200 Einwohner. Nach dem 2. Weltkrieg ging das Wachstum rasant weiter und die Einwohnerzahl erreicht heute ca. 27.000.

In dem Projekt geht es zunächst darum, die verschiedenen Einwanderungswellen seit dem 30jährigen Krieg zu erfassen und genauer zu definieren. Danach soll am Beispiel des 19. Jahrhunderts untersucht werden, wie sich im Detail die Einwanderungszahlen entwickelt haben und woher welche Familien zugezogen waren. Bei den registrierten Geburten war der Anteil der auswärtigen Eltern 1818 noch 33% und stieg bereits bis 1822 auf 48%. Bis 1874 stieg dieser Prozentsatz weiter stetig an.

Neben Immigration gab es natürlich auch immer wieder Auswanderungen (Emigration). Hierzu sollen ebenfalls die entsprechenden Wellen zahlenmäßig erfasst und definiert werden.

Ich würde davon ausgehen, dass sich in Wiesbaden und auch in den meisten Wiesbadener Vororten die Wanderungsbewegung ähnlich entwickelt hat und Dotzheim daher als Beispiel dienen kann.

Die Ergebnisse würde ich zum einen gerne als Broschüre herausgeben. Zum anderen könnte man daraus auch eine Ausstellung im Dotzheimer Heimatmuseum gestalten oder natürlich auch in Vorträgen vorstellen.

Quellen:

Im Rahmen meiner Verantwortung für das Archiv der ev. Kirche in Dotzheim arbeite ich zur Zeit an der Digitalisierung und Transkription der Civilstandsregister von Dotzheim in der Zeit von 1818 bis 1874. Dabei ist mir aufgefallen, wie dramatisch nicht nur die absoluten Zahlen der Geburten, Heiraten und Todesfälle in diesem Zeitraum gestiegen sind, sondern auch der Prozentsatz der auswärtigen Eltern. Diese Information könnten nicht nur interessant für Statistiker, sondern auch für Familien sein, die heute in Dotzheim leben und wissen möchten, wie lange sie bereits in Dotzheim existieren und woher sie eingewandert sind.

Die Quellenlage für Einwanderungen ist durch die Dokumentation in den Dotzheimer Civilstandsregistern oder Kirchenbüchern durchgehend hervorragend. Für einen Einwanderungsfall (Wintermeyer) existiert sogar eine formelle Urkunde.

Für Auswanderungen ist die Quellenlage schwieriger. Viele Hinweise habe ich durch Anfragen bekommen, die in der Kirchengemeinde eintreffen, wenn Nachkommen der Auswanderer nach ihren Vorfahren forschen. Die meisten Anfragen kamen aus den USA, aber auch aus den Niederlanden und Australien. In den USA existieren regelrechte Familienverbände, die die US-Zweige der Dotzheimer Familien detailliert erforscht haben und zu denen ich Kontakt hatte.

Daneben werden Recherchen im Stadtarchiv Wiesbaden, im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden und in den Schiffslisten in Hamburg, Bremen u.ä. einige nützliche Informationen liefern können.